Anfahren ohne Motor abwürgen
Kupplung, Gas, Anfahren am Berg

Häufige Fehler beim Anfahren

Oft ruckelt der Wagen beim Anfahren, wenn der Fahrschüler aus angst zu wenig Gas gibt oder der Wagen fährt mit einem Ruck an, weil das Kupplungspedal zu schnell losgelassen wurde.
Häufig wird beim Anfahren am Berg der Motor abgewürgt und der Wagen rollt zurück.
Es ist wichtig, dass der Fahrschüler an diese Aufgaben möglichst stressfrei herangeführt wird. Das Anfahren am Berg sollte zunächst auf einer Straße mit nur leichter Steigung geübt werden.
Für die meisten Fahrschüler ist in den ersten Fahrstunden der richtige Umgang mit Kupplung und Gas ein Problem.
Wenn man das Kupplungspedal beim Anfahren zu schnell loslässt und dabei wenig Gas gibt, würgt der Motor ab. Gibt man dabei zu viel Gas, schießt der Wagen mit einem Satz vorwärts.

Kupplung 'mit Gefühl' loslassen?

Gefühl ist leider der falsche Ausdruck. Gefühl hilft hier nicht weiter. Es kommt nur auf das Gehör an. Mit einem Minimum an technischem Wissen kann man das Problem jedoch leicht bewältigen.

Richtig anfahren mit Kupplung und Handschaltung

Am Anfang ist ein Fahrschüler schon froh, wenn er beim Anfahren den Motor nicht abwürgt und das Auto auch nicht zu schnell nach vorn schießt. Die nächste Stufe beim Fahrenlernen ist dann das Anfahren an einer Steigung.

Anfahren am Berg mit Handbremse

Wenn man auf einer Straße mit Steigung anhalten will, tritt man die Kupplung und die Fußbremse. Die Fußbremse kann man loslassen, sobald die Handbremse angezogen ist. Will man in einer Steigung parken, wird die Handbremse kräftig angezogen und zusätzlich noch der erste Gang oder der Rückwärtsgang eingelegt. Beim Anfahren hindert die Handbremse das Auto am Zurückrollen, während man etwas Gas gibt und die Kupplung bis zum Schleifpunkt loslässt. Das Problem für den Anfänger ist, diesen Schleifpunkt der Kupplung zu finden. Wie Sie mit schleifender Kupplung anfahren, soll nachfolgend anschaulich erklärt werden.

So arbeitet die Kupplung

Kupplung loslassen

Vom Motor wird die Kraft über eine Antriebswelle zu den Rädern geleitet. Die Verbindung von Motor und Antriebswelle kann durch die Kupplung getrennt werden.
Während der Fahrt werden die Scheiben der Kupplung durch Federkraft zusammengepresst. Wenn man das Kupplungspedal durchtritt, werden die Scheiben getrennt und der Motor läuft allein weiter ohne die Räder anzutreiben.

Anfahren mit schleifender Kupplung

Wenn man die Kupplung langsam loslässt, nähern sich die Scheiben der Kupplung und es kommt schließlich dazu, dass sich die Scheiben berühren. In dieser Stellung 'schleift' die Kupplung. Wenn die Kupplung nur leicht schleift und nicht mehr weiter losgelassen wird, fährt das Auto noch nicht an, es wird aber bereits so viel Kraft übertragen, dass das Fahrzeug in dieser Position an einer Steigung (Berg) nicht mehr zurückrollt. Man kann jetzt die Handbremse lösen und danach die Kupplung ein weiteres Stückchen loslassen, um immer noch mit schleifender Kupplung anzufahren.
Wichtig ist bei diesem Vorgang die richtige Menge Gas. Beim Anfahren in einer Steigung benötigt man etwas mehr Gas als auf ebener Fahrbahn. Je stärker die Steigung ist, um so mehr Gas ist erforderlich.

Die 4 Zustände der Kupplung

1.

Die Kupplung ist durchgetreten, Motor und Antriebswelle sind getrennt. Die Scheiben der Kupplung berühren sich nicht. Es kann ein Gang eingelegt werden, ohne dass der Wagen anfährt. Die Scheibe der Kupplung, welche auf der Motorwelle sitzt, dreht sich. Die andere Scheibe auf der Antriebswelle zu den Rädern wird nicht angetrieben.

2.

Die Kupplung wird soweit losgelassen, dass die Kupplungsscheiben nur leicht schleifen. Es besteht ein leichter Antrieb, der Wagen steht noch, rollt aber nicht mehr zurück. Das Motorgeräusch ist etwas leiser geworden. In dieser Position kann die Handbremse gelöst werden.

3.

Die Kupplung wird etwas weiter losgelassen und die Kupplungsscheiben schleifen stärker. Das Fahrzeug fährt langsam an. Dabei dreht sich der Motor schneller als die Antriebswelle. Die Kupplung 'schleift'. Da sich der Motor schneller dreht, hat er genügend Kraft und wird nicht abgewürgt. Da sich die Antriebswelle zu den Rädern dabei nur langsam dreht, fährt das Fahrzeug nur langsam an.

4.

Nachdem das Fahrzeug angefahren ist, kann man die Kupplung ganz loslassen und es besteht eine feste Verbindung zwischen dem Motor und den Antriebsrädern. Wenn man den Gang wechseln möchte, muss die Kupplung getreten werden.


Tipps zum sicheren Anfahren:

Der Absatz sollte beim Anfahren fest auf dem Boden abgestützt sein.
Ihr Fuß hat dadurch mehr Halt und Sie können die Kupplung genauer kontrollieren. Auch wenn Sie beim Rückwärtsfahren Ihren Oberkörper drehen müssen, behalten Sie so besser die richtige Fußstellung auf der Kupplung.

Die richtigen Schuhe

Sehr gut zum Autofahren geeignet sind Mokassins. Echte Mokassins zeichnen sich dadurch aus, dass das Schuhband am oberen Rand des Schuhs um den Fuß herum verläuft und dadurch immer einen perfekten Sitz garantiert.

Auf die Sitzeinstellung achten

Wenn Sie etwas kleiner sind oder der Sitz zu hoch eingestellt ist, erreichen Sie vielleicht nicht das Bodenbrett mit dem Absatz. In diesem Fall ist es schwieriger, den Fuß zu kontrollieren und den Schleifpunkt zu halten.
Auch hierbei sind geeignete Schuhe zum Autofahren wichtig. Oft hilft es, wenn Sie den Sitz weiter nach vorn stellen oder wenn das nicht mehr geht, können Sie im Sitz etwas vor rutschen. Sehr praktisch ist in solchen Fällen auch ein Rückenkissen.

Mit schleifender Kupplung anfahren

Der Fuß ruht mit dem Absatz fest auf dem Boden. Beim Loslassen der Kupplung wird der Fuß 'gekippt', d.h. nur die Spitze wird bewegt, der Absatz hat festen Halt auf dem Boden und der Fuß bleibt stabil und "zittert" nicht.


Den Schleifpunkt erkennen

Die Kunst beim Anfahren ist, den Schleifpunkt der Kupplung zu finden. Wie zuvor bereits erwähnt, können Sie diese Stelle nicht fühlen.

Geben Sie zunächst etwas Gas. Wenn der Motor sich etwas schneller dreht (lauter wird), halten Sie den rechten Fuß auf dem Gashebel ganz ruhig in dieser Position. Dabei ist etwas zu viel Gas besser, als zu wenig. Mit wenig Gas würgt der Motor schneller ab, aber auch mit sehr viel Gas können Sie langsam anfahren.

Das Motorgeräusch beim Anfahren

Hören Sie genau auf das Motorgeräusch, während Sie die Kupplung langsam loslassen. Wenn das Motorgeräusch etwas dumpfer wird, ist das ein Zeichen dafür, dass der Motor langsamer wird, weil seine Kraft durch das Schleifen der Kupplung beansprucht wird. Am Schleifpunkt der Kupplung besteht ein leichter Antrieb, das Fahrzeug steht noch, rollt aber nicht mehr zurück. Beim Anfahren an einer Steigung kann jetzt die Handbremse gelöst werden.
Wenn Sie die Kupplung jetzt etwas weiter loslassen, fährt das Fahrzeug langsam an. Wenn das Fahrzeug anrollt, muss die Kupplung noch weiterhin gehalten werden, bis der Wagen angefahren ist.

Der laute Motor beim Anfahren

Ein geübter Fahrer verstärkt erst in dem Moment das Gas, wenn die Kupplung zu schleifen beginnt. Dadurch wird ein lautes Motorgeräusch beim Anfahren vermieden. Als Fahrschüler kann man das aber in den ersten Fahrstunden noch nicht und ein lauteres Motorengeräusch ist beim Fahrenlernen unvermeidbar. Bitte stören Sie sich nicht daran, denn mit der richtigen Übung wird sich das sehr schnell ändern.

Nur wenn man die Kupplung beherrscht, hat man die nötige Kontrolle über das Auto

Nicht nur beim Anfahren, sondern auch beim Einparken, beim Rangieren und in vielen anderen schwierigen Situationen, in denen der Wagen nur sehr langsam und vorsichtig bewegt werden darf, ist Sicherheit im Umgang mit der Kupplung unerlässlich.
Wenn man in einer schwierigen Situation besonders langsam und vorsichtig fahren muss, hat man mit Kupplung und Schaltung sogar bessere Kontrolle über das Fahrzeug als bei einem Auto mit Automatik-Getriebe.

Motor abwürgen in der Fahrschulprüfung

Wenn man bei der Prüfungsfahrt den Motor abwürgt, ist man deswegen noch nicht gleich durchgefallen. Jeder Prüfer hat dafür Verständnis, wenn ein Fahrschüler bei der Führerscheinprüfung nervös ist.

Unterschiede beim Anfahren: Diesel / Benziner

Das Anfahren ist bei einem PKW mit Dieselmotor einfacher. Der Dieselmotor hat im unteren Drehzahlbereich mehr Kraft. Dadurch ist es möglich, ohne oder mit wenig Gas anzufahren und die Kupplung kann man auch etwas schneller loslassen.
Wenn man auf einem PKW mit Dieselmotor gelernt hat, wird das Anfahren mit einem Benzinmotor anfangs Schwierigkeiten bereiten und man sollte das Anfahren zunächst auf verkehrsarmen Straßen üben.

Schnell und zügig anfahren

Wenn man an einer stark befahrenen Vorfahrtstraße auf eine Gelegenheit zum Fahren wartet, muss man das Anfahren vorbereiten und eine kommende Gelegenheit im voraus erkennen. Wenn die Gelegenheit da ist, ist diese meistens nur kurz. Man muss dann sofort fahren und dabei zügig beschleunigen. Dies gelingt dem Anfänger nur, wenn er bei absehbarer Gelegenheit schon vorher etwas Gas gibt und die Kupplung bis kurz vor dem Schleifpunkt kommen läßt. Für ein zügiges Anfahren benötigt man etwas mehr Gas und Sicherheit beim Bedienen der Kupplung.

Vorsicht bei unbekannten Fahrzeugen

Wenn Sie als Anfänger mit einem fremden Kraftfahrzeug zum ersten Mal fahren wollen, sollten Sie bedenken, dass die Kupplung eventuell anders als gewohnt anspricht und deshalb das Anfahren in einem sicheren Bereich zunächst einmal probieren.

Anfahren mit einem Motorrad

Die Erklärungen zum Anfahren mit einem Auto gelten gleichermaßen für Motorräder mit Kupplung und Schaltung. Die Bedienung der Kupplung ist für den Motorradfahrer sogar noch etwas leichter, da die Bedienung per Handhebel am Lenker erfolgt. Während der Fuß seinen Halt durch den Boden findet, wird die Kraft der Hand durch den Daumen am Lenker abgestützt und eine Hand ist für die kontrollierte Bedienung besser geeignet als ein Fuß.

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